"And the worst is over" schallt es im Chor von der kommenden zweiten Single Amnesiacs zum bevorstehenden Album In The Woods. Und tatsächlich war der Band die Erleichterung anzumerken als es endlich vollbracht war. Denn bei den Aufnahmen zu ihrem zweiten Album hatte man sich gegeißelt und geschunden. Schlussendlich sollten volle 32 Studiotage und weitere 16 Tage und Nächte für den finalen Mix zu Buche schlagen. Auch finanziell kein Zuckerschlecken für fünf Burschen mit hohen Ansprüchen, aber löchrigen Sparstrümpfen. Bereits 2008 offenbarte die vielgepriesene Talentprobe "We Are Jealous. We Are Glass." das Geschick von Francis International Airport für das Spinnen feingliedriger Gitarrenpop-Melodien und deren Einbettung in vielschichtige Arrangements. Dem zweiten Album ging nun der Wunsch voraus all dies endlich mit viel Zeit und studiotechnischer Finesse in ein Ganzes zu gießen: Dick, dicht und delphisch sollte es werden. Getragen von einer nebulösen Grundstimmung wie jene des Dickichts des Wienerwaldes, wo auch das Video zur ersten Single Monsters gedreht wurde, die im Mai 2010 auf einer 7" erschienen war. Vom omnipräsenten Lo-Fi in der Manier von Best Coast oder Girls wollte die Band schon gar nichts wissen. Es waren vor allem die aktuellen Veröffentlichungen von Beach House und Grizzly Bear, die die lange Zeit im Studio begleitet hatten und auf die man ab und an auch schon mal neidvoll hingeschielt hat. Auf In The Woods entpuppen sich die einst so träumerischen Francis International Airport als ehrgeizige Tüftler und kreieren mit Verlaub Österreichs Album des Jahres!
"Selten gehen Keyboards im Stil der 1980er, Gitarren und muskulöses
Schlagzeugspiel so gut zusammen wie bei den Zerealien. Die Melodien und der
abwechselnd von Martin und Huber bestrittene Gesang sind nicht minder
einnehmend." (Now!)
"Dave [Dempsey] versucht gerade etwas zu sagen, aber er ist verdammt beeindruckt
von I AM CEREALS" kommentierte FM4-Moderatorin Gerlinde Lang die scheinbare
Sprachlosigkeit ihres Kollegen am Ende der Radio-Live-Schaltung vom Auftritt der
Band beim FM4 Geburtstagsfest 2011. "Yes, indeed I am" bestätigte Dempsey
seinen Zustand und schloss sich damit den zahlreichen Stimmen aus dem
tausendköpfigen Publikum sowie vielen Medienkollegen an.
Das seit 2007 bestehende Sextett um Ben Martin und Bauchklang-Mitglied Gerald
Huber hatte sich spätestens 2009 mit ihrem selbstbetitelten Debut-Album und den
Singles "French Parade", "Two Faces" und "Human Vocoder" tief ins Bewusstsein
der österreichischen Musiklandschaft gespielt. Im Jänner 2011 drehen sie das Rad
weiter und versetzen es mit ihrem neuen Album "Galaxy" noch mehr als zuvor in
Schwung, schaffen es auf Platz 26 der österreichischen Pop-Albumcharts und in die
Tagesrotation von FM4.
Auf "Galaxy" hat die Band "ihre Rezeptur [..] noch wesentlich feiner und nuancierter
abgeschmeckt" (Sebastian Fasthuber, Now!). Ihre Rezeptur, das ist Alternative
Electro(nic) Pop zum frenetischen Tanzen und intensiven Zuhören, das sind große
Melodien, die sich tief in die Gehörgänge prägen. Die glitzernden Synthesizerklänge
und emotionsgeladenen Gitarrenlinien erinnern an das Gefühl des Aufwachens aus
einem intensiven Traum, der auch Stunden später noch im Bewusstsein nachhallt.
Beinahe traumartig setzen I AM CEREALS ihre Musik auch optisch auf der Bühne
um. Mit Julian Cech beschäftigte man eigens einen Modedesigner mit der Gestaltung
der Bühnenoutfits. Unterstrichen werden diese von einem Lichtkonzept sowie die
Fortführung des Albumartworks von Marcus Hufnagl in Form eigener
Dekorationselemente. Inspiriert immer auch von der Arbeit der Videokünstler Mike
Kren und Mirjam Baker (mehrfach preisgekrönt für Videos der Briten Zoot Woman),
die mit dem Video für die Single "Galaxy" ein eigenes Kunstwerk erschufen.
I AM CEREALS:
Gerald Huber: Gesang
Ben Martin: Gesang, Gitarre
Daniel Letschka: Schlagzeug
Christoph Richter: Bass
Felix Teiretzbacher: Keyboards
Marcus Hufnagl: Keyboards
Warum die fröhlichsten, ausgelassensten und lebendigsten Alben in Zeiten drohender Staatsbankrotte ausgerechnet aus der besonders gebeutelten Krisennation Island kommen, sollen später schlaue Kulturwissenschaftler klären. Retro Stefson sind eine dieser vielköpfigen Ensembles wie Hjaltalín oder Útidúr, die mit einer solchen Spielfreude und Hingabe agieren, dass sich die Nackenhaare beim Hören nicht aufsträuben, sondern begeistert Ringelpietz mit Anfassen tanzen. Das minderjährige Septett aus Reykjavik spielt in weitestem Sinne Tanzmusik für Hafenkneipen. Sie sind die Enkel von Carlos Santana und Patti Labelle, die nordatlantischen Patenkinder von Manu Chao. Und die legitimen Nachfahren aller Seeräuber sowieso. Wir entern die Fregatten, wir raffen die Goldstücke aus den Schatzkisten aller Stile zusammen!
Auf ihrem Debütalbum »MONTANA« lassen Retro Stefson die Wellen hoch gegen die Kaimauer schlagen, entzünden am Strand ein Feuer von geradezu karibischer Wärme. Schaffen einen respektlos-kreativen Mix zwischen Motown und Disco, Lambada und Polka, Seemansgarn und Glamrock, dass einem Hören und Sehen vergeht. Leichtfüßig, unwiderstehlich. Wer hier nicht tanzt, hat nicht verstanden, dass man alle Krisen dieser Welt nur mit unverschämt kreativer Respektlosigkeit meistert. Hymnisch himmlisch.
Die 31-jährige Wahlwienerin Maria Ivanova mischt mit ihrer kraftvollen und sanften Stimme seit einiger Zeit in der lokalen Musikszene mit. Ihr Songwriting nennt sie Fairytelling: Sie verzaubert den Alltag in anrührende Melodien und pulsierende Grooves und bewegt sich in ihrer Musik zwischen wendiger Melancholie und stillem Glück. Jazz trifft Pop, Latin und Hip-Hop. Maria Ivanova begleitet von ihrer Band The Fairytellers – ein Geheimtipp für Liebhaber/innen starker Melodien und feiner Tonsprache. Betörend schön getextet!
"Mit meiner Musik bringe ich immer wieder die Geschichte meines Volkes dem Publikum näher und weise auch auf die musikalische Gegenwart hin. Denn wir, die Roma und Sinti, haben in unserer Musik unsere Heimat gefunden. Mittels der gesungenen Texte weise ich auch auf die Sprache unserer Vorfahren, ROMANES, hin."
Mit Gitancœur d'Europe unternimmt Harri Stojka den Brückenschlag zwischen den alten Traditionen und der sich ständig verändernden Welt der jungen Roma von heute. Diese Verbindung zwischen Altem und Neuem soll auch in der Musik zum Ausdruck kommen.
Es entspricht der Tradition der Roma und Sinti, Geschichten in Form von Liedern weiterzugeben und Gemeinschaft durch die Musik zu schaffen. Diese Tradition wollen wir in einer zeitgemäßen Form weiter tragen. Gitancœur d'Europe versteht sich nicht in der Konservierung von Überholtem, sondern als lebendiger aktiver Beitrag zur Musikkultur der Roma.
Mit ihrer Musik und Präsenz setzt sie ein starkes Zeichen für eine Gesellschaft ohne Grenzen. Eindeutig brasilianisch, spannt sie einen akustisch-elektronischen Bogen zwischen Afro- und Latinroots, europäischen Clubsounds, Balladen, Reggae und Rock, Funk, Ethno-Pop und Rap. Die mehrsprachigen Songs vermitteln andere Weltbilder, setzen sich mit Fragen wie Migration, Kolonisation, Sklaverei, Religion und natürlich auch Liebe, Natur und urbanem Leben auseinander…
Der Wahlwienerin und Musikmigrantin gelingt es, "transglobalen, hitverdächtigen Sound zu kreieren. Rhythmen und Grooves, die ihren Weg unweigerlich durch den Gehörgang direkt in die Beine treiben und Songs, die zu Ohrwürmern werden." (anne, voice of culture, D).
Auf der Bühne beeindrucken Célia Mara und Band nicht nur als exzellente MusikerInnen und PerformerInnen, die Mischung zwischen starken Vocals, live-Elektronik und Akustik ist außergewöhnlich… und Célia Mara ist sicherlich eine der herausragendsten Frontfrauen.
Lukascher, mit bürgerlichem Namen Bountychiller, wurde im sonnigen Jahr 1982 im
Süden Jamaikas geboren.
Seine erste große Liebe war nicht wie gewöhnlich eine Frau, sondern die Reggaemusik.
Das mit den Frauen kam erst viel später. Solltest du Stunden nach einem Konzert
einmal besoffen neben Lukascher aufwachen, er wird dir heute noch zulallen:
"Rrrreggae war meine erste Lllliebe und wird mit Ssssicherheit auch meine llletzte
Lllliebe sein".
Erzogen wurde er von seinen Eltern und nebenbei auch noch von Wolfgang Ambros,
Bob Marley oder Pink Floyd. Seit wann Lukascher selbst musiziert, kann leider
nicht genau festgestellt werden, er kann sich nicht mehr daran erinnern. Das liegt
aber nicht an zu viel getrunkenen Getränken aus 0,5 Liter Gläsern, sondern daran,
dass es schon zu lange her ist.
Da sein musikalisches Interesse immer schon viel stärker als ein Felsen war, trafen
nach dem Reggae eine Menge weitere Musikstile das Herz von Lukascher. Mit viel
Gefühl verbindet er diese Stile, vermischt sie, trennt sie wieder und verfolgt letztendlich
immer das Ziel sich und seinem Publikum einen positiven Kick zu vermitteln.
Musik hat die faszinierende Kraft, ein eigenes Utopia zu schaffen. Musikgenres hatten
für Lukascher noch nie sonderlich viel Bedeutung. Er möchte Musik machen und
es den Menschen überlassen, ob und wie sie diese Stile einordnen.
Bei Live-Konzerten braucht Lukascher nicht viele Leute. Er braucht die richtigen
Leute, dann wird es ein gutes Konzert. Wenn er das Publikum spürt, kann er seinen
Emotionen freien Lauf lassen. Musik verbindet Menschen, das ist die treibende
Kraft für Lukascher.